Metaphysik
Metaphysik ist die Grundlagendisziplin der Philosophie (daher auch ihre Bezeichnung »prima philosophia«). Sie fragt nach den letzten Gründen, Prinzipien und Grundstrukturen des Wissens und der Wirklichkeit als ganzer. Ihre Ausrichtung ist daher systematisch; sie beschreibt die Voraussetzungen (begrifflichen Fundamente) der speziellen Disziplinen der Philosophie wie auch der Einzelwissenschaften. Traditionell versteht man unter Metaphysik in erster Linie die Ontologie. Das Netzwerk legt hingegen einen besonderen Fokus auf die transzendentalphilosophische Version der Metaphysik, welcher sich im Gegensatz zu den ontologischen durch einen radikal-selbstbezüglichen Anspruch auszeichnet, selbst noch die eigenen begrifflichen Voraussetzungen einer Prüfung und Begründung zu unterziehen. So verstanden kann die transzendentalphilosophische Variante der Metaphysik dem Dogmatismus entgegengesetzt werden.
Wir verweisen auf den vertiefenden Lexikoneintrag Metaphysik, an dessen Gestaltung wir Sie herzlich einladen mitzuarbeiten. Senden Sie uns einfach Ihren qualifizierten Beitrag!
Forschungsprojekte
Organismus der Zeiten. Zur Eigenzeit des Lebendigen im Ausgang von Schellings Weltalter-Fragmenten
Ob dem Individuum eine adäquate Beurteilung in Raum und Zeit zu Teil werden kann, ist ein grundlegendes Problem, das sich aus den Aporien des transzendentalen Idealismus ergibt. Schellings Theorie der ‚organischen Zeit’ versucht das Verhältnis von Begriff und Anschauung neu zu bestimmen und auf diese Weise eine betont lebenspraktische Antwort auf die Individuationsproblematik zu geben.
„Ich halte viel aufs Schauen“. Goethes Konzeption des ‚anschauenden Denkens’
Wo Kant Begriff und Anschauung kategorial voneinander trennt, versucht Goethe ihre Einheit über die Praxis der Naturforschung einzuholen. Die Methodologie seines ‚anschauenden Denken’ lässt sich als eigenständiger Beitrag zum Problembestand der nachkantischen Philosophie verstehen.
Die Verkörperung der Vernunft. Das Verhältnis von Sinnlichkeit und Begrifflichkeit im Lichte von Kants Schematismus-Lehre.
Die Dissertation soll einen Beitrag leisten zum philosophischen Problem der Beziehung von Geist und Körper, ausgehend von Kant, zugleich aber mit einem Fokus auf zeitgenössische Erkenntnistheorien.
Der Begriff »transzendental« bei Kant
Untersuchung des Begriffs »transzendental« in Kants kritischer Philosophie
Das Konzept des Transzendentalen in der Praktischen Philosophie. Zum Begriff des Willens bei Kant
Methodologische Untersuchung der Argumentations-Struktur in Kants praktischer Philosophie (GMS; KpV).
Andersheit um 1800. Figuren – Theorien - Darstellungsformen
Der Sammelband „Andersheit um 1800. Figuren – Theorien – Darstellungsformen“ ist das Ergebnis der Tagung „Alterität und Devianz. Figuren des Anderen und Abwegigen in Literatur und Philosophie um 1800“ vom 11. bis 13. November 2009 an der Friedrich-Schiller-Universität Jena
August Ludwig Hülsen: Shading New Light on the Early-Romantic Athenäum
Analyse und Kommentar zu Immanuel Kants ‚Grundlegung zur Metaphysik der Sitten’, Erster und Zweiter Abschnitt. Mit einer Metakritik der Hegel’schen Kritik an Kants Moralphilosophie
Systematische Kommentierung der GMS (1. und 2. Abschnitt)
Hegels prozessuale Ontologie des Normativen: Zur Realität und Relativität der Moral in Hegels System
Die Rechtsphilosophie Hegels als kritischer Beitrag zur gegenwärtigen metaethischen Debatte um den ontologischen Status der Moral.
Freiheit am Rande des Idealismus. Das Problem einer Ethik der Autonomie im Anschluss an Kant
Die avisierte Studie will sich historisch-systematisch dem Problem der moralischen Motivation und der moralischen Zurechenbarkeit in Entwürfen zur Theorie der Freiheit „am Rande des Idealismus“ im unmittelbaren Ausgang von Kants Konzeption einer Vernunftautonomie widmen.


