Transzendentalphilosophie

Die Transzendentalphilosophie entwickelt sich seit Descartes durch die methodische Reflexion auf die konstitutiven Leistungen der Subjektivität, besser gesagt, der für alles Bewusst-Sein kennzeichnenden Subjekt-Objektivität für das Welt- und Selbstverständnis. In der Philosophie Kants erhält die Transzendentalphilosophie eine metaphysikkritische Wende. Gesichertes Wissen muss sich nicht nur an der empirischen Wirklichkeit erweisen, sondern bedarf ebenso der Rückversicherung durch eine transzendentallogisch fundierte Subjektivität, die die begründenden Funktionen der Wirklichkeits- und Moralkonstitution trägt. Im Deutschen Idealismus wurde ausgehend von den Kantischen Annahmen versucht, neue Formen einer kritischen Metaphysik zu entwickeln, die durch rekursiv-dialektische Argumentationsweisen darauf ausgehen, die dogmatischen Gestalten und Inhalte der traditionellen Metaphysik in eine wissenschaftlich, d.h. allgemein nachvollziehbare Form zu bringen. Insbesondere ist hier die Wissenschaftslehre Fichtes zu erwähnen, mit der eine rein transzendental-systematische Metaphysikkonzeption vorliegt. Das Netzwerk legt einen Schwerpunkt auf die Erforschung systematischer Transzendentalphilosophie, um die begrifflichen Instrumentarien der klassischen Philosophie zu erhalten und weiterzuentwickeln und so ihre systematische Leistungsfähigkeit in die gegenwärtigen Diskurse einzubringen.

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Forschungsprojekte

Organismus der Zeiten. Zur Eigenzeit des Lebendigen im Ausgang von Schellings Weltalter-Fragmenten

Promotion Peter Neumann, M.A.
Laufzeit: 1.10.2012 - 30.09.2015

Ob dem Individuum eine adäquate Beurteilung in Raum und Zeit zu Teil werden kann, ist ein grundlegendes Problem, das sich aus den Aporien des transzendentalen Idealismus ergibt. Schellings Theorie der ‚organischen Zeit’ versucht das Verhältnis von Begriff und Anschauung neu zu bestimmen und auf diese Weise eine betont lebenspraktische Antwort auf die Individuationsproblematik zu geben.

„Ich halte viel aufs Schauen“. Goethes Konzeption des ‚anschauenden Denkens’

Magister / Master / Diplom Peter Neumann, M.A.
Laufzeit: 15.11.2011 - 15.05.2012

Wo Kant Begriff und Anschauung kategorial voneinander trennt, versucht Goethe ihre Einheit über die Praxis der Naturforschung einzuholen. Die Methodologie seines ‚anschauenden Denken’ lässt sich als eigenständiger Beitrag zum Problembestand der nachkantischen Philosophie verstehen.

Die Verkörperung der Vernunft. Das Verhältnis von Sinnlichkeit und Begrifflichkeit im Lichte von Kants Schematismus-Lehre.

Promotion Lidia Gasperoni, M.A.
Laufzeit: 1.10.2010 - 1.10.2013

Die Dissertation soll einen Beitrag leisten zum philosophischen Problem der Beziehung von Geist und Körper, ausgehend von Kant, zugleich aber mit einem Fokus auf zeitgenössische Erkenntnistheorien.

Der Begriff »transzendental« bei Kant

Habilitation Michael Nerurkar, M.A.
Laufzeit: 1.09.2010 - 1.09.2010

Untersuchung des Begriffs »transzendental« in Kants kritischer Philosophie

Das Konzept des Transzendentalen in der Praktischen Philosophie. Zum Begriff des Willens bei Kant

Promotion M. A. Philipp Richter
Laufzeit: 1.09.2010 - 1.09.2010

Methodologische Untersuchung der Argumentations-Struktur in Kants praktischer Philosophie (GMS; KpV).

Andersheit um 1800. Figuren – Theorien - Darstellungsformen

Publikationsprojekt Daniela Schmidt, M.A., Elisabeth Johanna Koehn, Johannes-Georg Schülein, Johannes Weiß, Paula Wojcik
Laufzeit: 1.06.2010 - 1.09.2010

Der Sammelband „Andersheit um 1800. Figuren – Theorien – Darstellungsformen“ ist das Ergebnis der Tagung „Alterität und Devianz. Figuren des Anderen und Abwegigen in Literatur und Philosophie um 1800“ vom 11. bis 13. November 2009 an der Friedrich-Schiller-Universität Jena

August Ludwig Hülsen: Shading New Light on the Early-Romantic Athenäum

Wissenschaftliches Projekt Dr. Ezequiel L. Posesorski
Laufzeit: 1.01.2010 - 1.01.2012

Analyse und Kommentar zu Immanuel Kants ‚Grundlegung zur Metaphysik der Sitten’, Erster und Zweiter Abschnitt. Mit einer Metakritik der Hegel’schen Kritik an Kants Moralphilosophie

Magister / Master / Diplom M. A. Philipp Richter
Laufzeit: 1.01.2010 - 31.08.2010

Systematische Kommentierung der GMS (1. und 2. Abschnitt)

Freiheit am Rande des Idealismus. Das Problem einer Ethik der Autonomie im Anschluss an Kant

Promotion Jörg U. Noller, M.A.
Laufzeit: 1.10.2009 - 31.03.2013

Die avisierte Studie will sich historisch-systematisch dem Problem der moralischen Motivation und der moralischen Zurechenbarkeit in Entwürfen zur Theorie der Freiheit „am Rande des Idealismus“ im unmittelbaren Ausgang von Kants Konzeption einer Vernunftautonomie widmen.

The Foundations of Ernst Cassirer’s Symbolic Idealism

Promotion Nicolaas G. Nuyens, M.A.
Laufzeit: 1.01.2009 - 1.01.2012