Sehnsucht und Finsternis

Sehnsucht und Finsternis. Schellings Theorie des Sprachsubjekts.

Promotion Dr. Cem Kömürcü

Schellings Philosophie zeichnet sich – besonders deutlich seit der Freiheitsschrift (1809) – dadurch aus, dass sie eine Theorie der Sehnsucht entwickelt, die ihren Ausgang von Fichtes subjektiv idealistischem Begriff des Sehnens nimmt und diesen zugleich überschreitet. Dabei gewinnt die Sehnsucht an sprachtheoretischer Bedeutung. Diese stelle ich den Sprachkonzeptionen des 20. Jahrhunderts gegenüber, etwa jener Lyotards oder Heideggers. Nicht die „Sprache spricht“ (Heidegger), sondern das personalisierte Andere: Sprache ist auf Persönlichkeit, das heißt auf Selbstverhältnisse angewiesen. Die Konsequenzen dieser präexistierenden, wortsuchenden Sehnsucht deute ich in Anlehnung an die bislang kaum beachteten Stuttgarter Privatvorlesungen (1810) Schellings anthropologisch und anarchopolitisch.

Laufzeit: 1.04.2007 - 30.04.2010