Geschichte des architektonischen und städtebaulichen Raumes

Modul I, Geschichte des arch. Raumes 1 – Antike bis Gotik

Der Lehrumfang umfasst einen auf 4 Semestern angelegten Zyklus, der sich von der griechischen Antike bis zur Gegenwart erstreckt. Die zwei ersten Module behandeln die Geschichte des architektonischen und städtebaulichen Raumes von der Antike bis zur Prämoderne, die letzten zwei beschäftigen sich mit der Theorie der Architektur und des Städtebaus von der Moderne bis zur Gegenwart. Neben den städtebaulichen und architekturhistorischen Entwicklungslinien werden grundlegende Aspekte der Architekturtheorie vermittelt. Zum differenzierten Verständnis der Architektur gehören die politischen, gesellschaftlichen, kulturellen und philosophischen Kontexten der jeweiligen Epoche. Durch diese Einsicht in den spezifischen Kontexten und Problemstellungen werden die architektonischen Prinzipien und die Ihnen zugrundeliegenden Absichten verständlich, die zu diesen Prinzipien in unterschiedlichen Verhältnissen der Anlehnung oder Widerstreit stehen können. Dazu gehören grundlegende Aspekte der Kunst in ihrem Zusammenspiel mit der Architektur. Architektur ist selten das Ergebnis von formaler Willkür, sondern geht hauptsächlich aus der der kritischen Auseinandersetzung mit bestehenden Typologien und Denkweisen sowie aus ihrer Beziehung mit städte-baulichen Entwicklungen. Sie fragt nicht nur nach den vielfältigen Relationen zwischen Leib und Raum, sondern wirft die Frage nach der Befindlichkeit sowie der Erfahrungen des Menschen in einem Raum, dem einem lebensweltlichen Sinn innewohnt. Allgemeine Inhalte:
- Einführung im städtebaulichen Raum. Elemente der Struktur: Zentrum/Knoten, Strecke/Straße, Gegend/Bezirk.
- Einführung in die architektonische sowie die städtebauliche Raumentwicklung.
- Einführung in den gesellschaftlichen, politischen und philosophischen Kontexten in ihrer Verflechtung mit den jeweiligen räumlichen Gestaltungen.
- Prinzipien der architektonischen Formenlehre und der konstruktiven Grundprinzipien auf der Basis der bauhistorischen Entwicklung.
- Ausgang: Prinzipien der vitruvianischen Ästhetik: firmitas, utilitas, venustas, das Prinzip der Harmonie als rationale Grundlage der Schönheit. Inhalte der zugehörigen Architekturtheorie. Jeder Epoche charakterisierenden ästhetischen Prinzipien, die die vitruvianischen Prinzipien annehmen, umformulieren oder sie widersprechen.
- Einführung in die Entgegensetzung Typus/Modell. Bildung und Anwendung im Entwerfen. Konstitution eines Typus.
- Ikonologie und Ikonographie in Verbindung mit der symbolischen und repräsentativen Funktion der Architektur.
- Raumkonstitution und Prozess der Sinnbildung.

Laufzeit: 1.10.2012 - 31.03.2013
Ort: Universität Wuppertal